Das letzte Wochenende

25. September 2011 by

Dieses Wochenende war es soweit, es war mein letztes. Irgendwie ein komisches Gefühl nach 3 Monaten wieder zurück nach Deutschland zu fahren….
Wir waren also Donnerstag nochmal im Publow und gestern im Casa Do Brasil. Es gab Fleisch all you can eat!!!! Ich bin jetzt (16 Std. später) immer noch satt! Wir wählten zwar nur die kleine Variante (6 versch. Sorten), aber das reichte auch. So kam ich mal dazu Hühnerherzen, Hühnerleber und einige „normale“ Fleischsorten zu essen. Mit einem letzten Goldstar beendeten wir schließlich den Abend.

Heute auf dem Weg zum Flughafen geschah dann was ganz komisches: Auf der Frontscheibe waren Wassertropfen zu sehen. Es waren zwar nur ein paar wenige, der Scheibenwischer wurde kaum gebraucht, aber ich werde dem Phänomen auf den Grund gehen. Was mag das gewesen sein?

Nun bin ich am Flughafen in Tel Aviv. Die teilweise sehr umfangreichen Sicherheitskontrollen gingen bei mir erstaunlich schnell, so dass ich nun im Duty Free Bereich aufs Boarding warte und dabei etwas shoppen gehe 😉

An dieser Stelle endet dann auch mein Teil des Blogs. Euch allen vielen Dank fürs Lesen und natürlich für die Kommentare!

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Eilat – Urlaub am Roten Meer

14. September 2011 by

Die Vorgeschichte

Wie bereits geschrieben mussten wir unsere Reise nach Ägypten aufgrund der Anschläge absagen und aufgrund des Verbots der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel (welches wohl nicht mehr aufgehoben wird) sah es auch mit der etwas kleineren Version des Urlaubs – einer Reise nach Eilat – schlecht aus. Letztendlich wollten wir jedoch nicht den gesamten letzten Monat in Beer Sheva verbringen und entschieden uns kurzfristig für eine 4-Tage-Reise nach Eilat mit dem Mietwagen.

Unser Mietwagen: Hyundai Getz

Nachdem wir bei Sixt letztes Mal noch einige Extragebühren zahlen mussten, als online angegeben waren, entschieden wir uns dieses Mal für ein Auto von Budget. Hier bezahlten wir auch nur den vorher bekannten Preis und hatten 4 Tage einen kleinen Hyundai.

Hinfahrt

Am Mittwoch ging es direkt nach der Arbeit ins 250km entfernte Eilat, der südlichsten Stadt Israels. Durch die einbrechende Dunkelheit wurden wir dann auch Zeuge von Raketentests, die in unmittelbarer Nähe zur Straße durchgeführt wurden. Wir konnten gut sehen, wie Raketen abgeschossen und einige hundert Meter weiter (hoffentlich) kontrolliert in der Wüste einschlugen.

Sonnenuntergang auf dem Weg nach Eilat

Die Stadt

Eilat bietet Israel einen wirtschaftlich wichtigen Zugang zum Roten Meer und ist zugleich eine richtige Touristenstadt, wo Israelis regelmäßig ihre Urlaube verbringen. So gibt es zum Beispiel eine riesige Strandpromenade, viele Cafes, eigenes Hotelviertel und – wie im Roten Meer fast überall – Korallenriffe. Aufgrund der geringen Luftfeuchtigkeit lassen sich die Temperaturen um die 40Grad verhältnismäßig gut aushalten.

Tag 1: Schnorcheln

Da Christoph einen Tauchkurs machte, verbrachte ich die ersten Tage alleine und zunächst mit Schnorcheln.

Korallen im Roten Meer

Tag 2: Observation Park und Kamelreiten

Am zweiten Tag fuhr ich zum Marine Observation Park um mir noch mehr Fische und Korallen unter anderem vom Glasbodenboot oder einer Plattform, die 6 Meter tief ins Meer eingelassen ist, anzuschauen. Der Gesamteindruck hier war jedoch leider: Nicht viel mehr gesehen als beim Schnorcheln und dafür noch viel Geld bezahlt.

Für abends war ich zur Sunsettour beim Kamelreiten angemeldet. Das Kamelreiten durch die bergige Wüstenlandschaft war aber noch nicht alles. Zurück an der Ranch gab es ein Beduinendinner: Unser Guide nahm ein paar Hölzer, zündete sie an und stellte eine Kanne, in der er Tee anrührte, drauf. Während der Tee heiß wurde, rührte er einen Teig an, aus dem später ebenfalls auf dem Feuer frisches Brot gebacken wurde. Zu dem Brot gab es dann noch eine riesige Käseplatte, es hat einfach super geschmeckt!

Ich auf dem Kamel

Tag 3: Timna Nationalpark

Der Timna Nationalpark wurde uns von einer Arbeitskollegin empfohlen. Es handelt sich um ein riesiges Wüstengebiet, in dem es viele Felsen (u.a. in Pilz, Schrauben oder Säulenform) gibt. Wir fuhren zu einzelnen Spots und wanderten/kletterten dort ein bisschen.

Ich auf dem Schraubenberg

Tag 4: Airforce Museum

Am Sonntag sind wir dann morgens wieder Richtung Beer Sheva aufgebrochen. Ich nutzte den Tag um mir endlich mal das Airforce Museum hier anzuschauen. Dort gibt es die verschiedensten Flugzeuge der israelischen Armee, aber auch aus anderen Ländern zu sehen. Flugzeuginteressierte hätten sich dort sicherlich eine ganze Woche aufhalten können, mir haben 3 Stunden gereicht.

Fazit

Es hat sich definitiv gelohnt!!!

Ausblick

Die Zeit vergeht gefühlt immer schneller, in zwei Wochen werde ich schon wieder in Deutschland sein. Eventuell werden wir das letzte Wochenende in Tel Aviv verbringen, ansonsten sind aber keine Reisen mehr geplant. Ich genieße die letzten Wochen und freue mich auch schon ein bisschen auf Deutschland.

Zurück in Beer Sheva

6. September 2011 by

Am letzten Dienstag war es endlich soweit: Wir durften zurück nach Beer Sheva. Die 10 Tage „Urlaub“ in Tel Aviv waren zwar sehr schön, aber irgendwann reicht es auch mit Strand, so dass wir einer Rückreise zustimmten.

Hier angekommen, verbrachten wir viele Abende im Publow, einer kleinen Studentenkneipe bei uns um die Ecke. Dort werden regelmäßig Sportereignisse übertragen, so auch die Spiele der deutschen Basketball Nationalmannschaft. Das phänomenale an dem Laden ist die Happy Hour, die passend zur Anstoßzeit um 21 Uhr beginnt: Anstatt einem Bier für 5EUR gibt es dann einen großen, leckeren Burger mit Pommes und einem kleinen Bier für 6EUR. Ja, ich habe viele Burger dort gegessen 😀

Ansonsten gab es nicht viel berichtenswertes, da wir auch das Wochenende hier in Beer Sheva verbrachten.

Leben in Tel Aviv

24. August 2011 by

Nachdem die letzte Woche doch ziemlich chaotisch und teilweise nicht ganz ungefährlich war, ist mittlerweile Ruhe eingekehrt.

 

Wie schon berichtet, gab es Donnerstag einen Terroranschlag auf einen Linienbus im Süden Israels, woraufhin wir unsere Tour ans Rote Meer absagen mussten. Freitag und Samstag gab es dann einzelne Raketeneinschläge, meist irgendwo in der Wüste. Wo genau wird nicht bekannt gegeben, um den Palästinensern keine Tipps zu geben, wie sie die nächsten Raketen ausrichten müssen. Lenkraketen oder ähnliches haben sie ja zum Glück nicht. Samstagabend kamen dann aber ca. 8-10 Raketen auf einmal und trafen auch einige Gebäude in der Stadt. Das Raketenabwehrsystem „Iron Dome“ schien mit der Menge an Raketen überfordert gewesen zu sein, denn normal werden Raketen, die die Stadt treffen würden, vorher abgefangen.

Noch im Bunker dachte ich mir „lange bist du bestimmt nicht mehr hier“ und dem war dann auch so. Nur kurz nach dem großen Angriff, kam der Anruf unserer Betreuerin, dass wir noch am Abend nach Tel Aviv fahren würden. Uns blieben 10 Minuten Zeit „Sachen für ungefähr eine Woche“ zu packen. Sollte die Situation dann total eskalieren und wir nicht mehr zurückkehren können, bekommen wir den Rest wohl per Post nach Deutschland geschickt.

Gegen Mitternacht kamen wir in Tel Aviv an und bezogen das Apartment des CEO der Telekom Israel, der momentan im Ausland ist. Der erste Eindruck war sehr positiv, vor allem aufgrund der sehr zentralen Lage und den zwei Balkons (davon einer mit Meerblick).

oben rechts ist unsere Wohnung

Unser Apartment von außen: da geht noch mehr!

Am Sonntag sind wir zunächst schön ausführlich frühstücken gewesen und haben anschließend eingekauft: 5Kg Orangen! Ja, wir haben hier nun auch eine Saftpresse 🙂 Später waren wir noch mit ein paar anderen Deutschen und Schweizern am Strand und abends in Old Jaffa in einem bekannten Shawarma Restaurant.

lecker Frühstück

Am Montag waren wir wieder frühstücken und später am Strand. Auf dem Rückweg machten wir jedoch eine Entdeckung: Auf dem Dach unseres Hauses war ein Sonnenschirm. Wir hatten uns schon über den Schlüssel, der nirgendwo passte, gewundert und hier war des Rätsels Lösung:

 

Wir haben eine Dachterrasse!!!

Seitdem ist die Wohnung in unserer Bewertung nochmals deutlich aufgestiegen, sie könnte eigentlich kaum besser sein. Die Tage bestehen nur noch aus viel Erholung am Strand und auf der Dachterrasse und einigen Abstechern ins Nachtleben.

 

Zwischenzeitlich haben wir auch Kontakt zur Telekom in Deutschland aufgenommen. Da wir hier in Tel Aviv in sicherer Entfernung zum Gaza Streifen sind, werden wir diese Woche hier bleiben und abwarten, was in Beer Sheva so passiert. Momentan herrscht zwar eine Waffenruhe, jedoch weiß niemand wie lange. Gegen Ende der Woche wird dann entschieden, wie weiter vorgegangen wird. Können wir zurück nach Beer Sheva und dort arbeiten? Bleiben wir noch eine Woche in Tel Aviv? Müssen wir womöglich zurück nach Deutschland?  Noch ist alles offen!!!

 

Leider gibt es auch zwei negative Punkte an Tel Aviv: Die sehr hohe Luftfeuchtigkeit, an die wir uns erst langsam gewöhnen, und das im Gegensatz zu Beer Sheva sehr hohe Preisniveau. Insgesamt überwiegen jedoch die Vorteile, so dass ich mich mal nicht beschweren will und lieber meinen Urlaub genieße 🙂

 

 

Anschläge in Beer Sheva -> Wir sind in Tel Aviv

20. August 2011 by

Am späten Abend in aller Kürze: Der dritte Alarm des Tages war sehr heftig, gab wohl auch Tote in Beer Sheva. Wir sind daher kurzfristig nach Tel Aviv gebracht worden und haben hier die Wohnung des CEO der Telekom Israel bezogen. Wie es weiter geht ist noch offen, hier sind wir aber erstmal sicher und der Strand ist auch nicht weit 🙂

Anschläge in Israel – Uns geht es gut!!!

19. August 2011 by

Wie ihr sicher schon mitbekommen habt, gab es seit Donnerstagmorgen einige Anschläge hier in Israel. Direkt ist zwar keiner von uns betroffen, aber indirekt gibt es große Auswirkungen: Die Gefahr weiterer Anschläge ist groß, so dass wir keine öffentlichen Verkehrsmittel mehr benutzen dürfen! Das an sich wäre jetzt nicht das große Problem – wir müssen ja nicht jedes Wochenende reisen – jedoch machen die T-Labs jetzt eine Woche Sommerpause, d.h. wir haben eine Woche Urlaub. Anstatt diese Woche am Roten Meer beim Tauchen zu verbringen, bleiben wir nun zunächst hier in Beer Sheva und hoffen, dass sich die Lage wieder beruhigt.

 

Nun noch etwas zum Ablauf:

Donnerstag

Tim hatte Donnerstag seinen letzten Arbeitstag hier und wollte noch ein paar Souvenirs von der Uni kaufen. Wir sind also gegen Mittag in den Shop auf dem Uni-Campus gelaufen. Auf dem Rückweg sahen wir eine größere Menschenmenge vor einem Fernseher und in diesem einen beschossenen Bus. Wir erkundigten uns sofort, was vorgefallen war und erfuhren, dass ein Bus und andere Fahrzeuge auf dem Weg von Beer Sheva nach Eilat angegriffen wurden. Etwas geschockt gingen wir zurück in die Labs, wo wir auch schon groß gesucht wurden. Uns wurde erneut über die Anschläge berichtet und gesagt, wir sollen bloß nicht mit dem Bus nach Eilat fahren. Angesichts der Bilder fiel uns die Entscheidung auch nicht schwer und wir stornierten die Reise nach Ägypten, während der Rest der Belegschaft gespannt vorm Fernseher saß und uns ab und zu neue Erkenntnisse übersetzte. Nach ca. einer halben Stunde kehrte aber schon wieder Alltag ein und das Arbeiten ging weiter.

Nachmittags bin ich dann noch zum Busbahnhof gegangen um die Bustickets umzutauschen, was zum Glück problemlos ging. Dort sah ich, dass zwar Busse fuhren, diese aber sehr leer waren. Vor drei Wochen mussten wir genau zu dieser Zeit auf dem Weg nach Jerusalem noch auf dem Boden sitzen, nun war er fast komplett leer. Ich empfand das doch als eine sehr komische Stimmung.

Der Abend verlief ruhig, bis es gegen 6 Uhr morgens einen Raketenalarm und darauf folgend einen Einschlag außerhalb Beer Shevas gab. Wir konnten rechtzeitig in den Bunker gehen, so dass für uns keine Gefahr bestand.

 

Freitag

Freitagmorgen bekamen wir eine Mail von der Security Abteilung der Telekom mit neuen Verhaltenshinweisen, u.a. das Verbot öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen. Der Rest des Tages stand dann eher unter einem anderen Thema: Magen-Darm-Infekt! Christoph geht es bereits seit einigen Tagen schlecht, so dass er heute beim Arzt war; Tim und mich erwischte es nun auch. Immerhin komme ich so zu der Gelegenheit den mitgebrachten Pullover zu tragen (mir ist kalt!) und viel machen könnten wir eh nicht.

 

Ausblick

So viel Pech wie die letzten Tage können wir einfach nicht mehr haben, daher hoffe ich doch, dass sich die Lage wieder beruhigt, Christoph und ich gesund werden und dann doch noch ans Rote Meer kommen 🙂

Tim fliegt morgen nach Hause, an dieser Stelle schon mal guten Flug!

Meine neue Unterkunft

18. August 2011 by

Kinder, ich kann euch viele Geschichten erzählen aber ich versuche mich kurz zu halten. Ach wirklich, Dad? JA und nun Ruhe. Also Meine 5te Woche in Seattle verlief, nennen wir es unerwartet. Ich habe von einer Freundin das Angebot bekommen, in Ihrer Wohnung zwei Wochen zu hausen und mich dabei um Ihre Katzen zu kümmern. Nachdem ich kurz gezögert hatte und später von den Vorteilen erfahren habe, entschloss ich mich das Angebot wahrzunehmen. Kinder, amerikanische Frauen haben einen ungewöhnlichen Lebensstil, womit ich nicht sagen möchte, dass er mir nicht gefällt. Jedoch war diese Wohnung vollgestopft mit Kram, manchmal jedoch sehr nützlicher :-).

Wir hatten viel Spaß in dieser Zeit und haben das eine oder andere BBQ gemacht und ein paar Stunden am Pool gelegen und einfach mal nichts gemacht. Ja, ich wurde älter und brauchte auch mal einen ruhigen Tag und etwas schlaf. Daher war die Woche mehr oder weniger Ruhig und ich lasse euch einfach die Bilder genießen.

The American way of life

18. August 2011 by

Kinder, der Sommer 2011 hatte nicht nur viel zu bieten, sondern sehr viel! Ihr wisst noch wie ich euch von eurem Onkel Marc erzählt habe…? Nicht? Er ist mein Mitbewohner und steht mir bei fast allem zur Seite. Doch eines Tages wurde ich zumindest vormittags von meinem American „best man“ getrennt.

Ich wurde eingeladen auf einen Junggesellenabschied. Kinder, das ist der Tag an dem Männer, Männer sein können und mal so richtig die Sau raus lassen können. Was mögen also amerikanische Männer? Autos? Waffen? Frauen? Genau das gab es an diesem Abend! Wir waren Vormittags Paintball spielen, dass ist ein Spiel bei dem es darum geht, deinen Freunden blaue Flecken zu verpassen, die man noch 7 Tage später sehen kann. Anschließend ging es duschen und zum Public movie an der Space Needle – welches das Wahrzeichen Seattles darstellt. Der Abend endete dann in mehreren Bars und Club und schließlich im Hotelzimmer. Alles im allen ein voller Erfolg, aber Kinder, lasst niemals euren „best man“ alleine bestellen Ihr könnten wie ich mit 3 Getränken gleichzeitig enden.

Ansonsten haben wir in dieser Woche nicht viel „Besonderes“ erlebt, wir waren auf der einen oder anderen Feier, haben unserem Lieblings Strand besucht und ein paar sehr nette Mädels kennengelernt. Anbei noch ein paar Schnappschüsse von meinen Reisen :-).

Halbzeit – Zeit für ein Zwischenfazit

17. August 2011 by

Auch wenn es mir viel kürzer vorkommt. Ich bin bereits mehr als 6 Wochen hier und damit ist die Hälfte der Zeit schon rum. Es wird Zeit für einen Zwischenbericht zu Land und Leuten hier.

Die Stadt – Be’er Sheva

Blick auf Be'er Sheva vom Campus Tower, meiner Unterkunft

Be’er Sheva ist eine etwas kleinere Stadt mit 200.000 Einwohnern und liegt im Negev, der Wüste Israels. Im Gegensatz zu Tel Aviv ist es hier zwar etwas wärmer, dafür ist die Luftfeuchtigkeit nicht so hoch, so dass es sich hier gut leben lässt. Nichtsdestotrotz wäre ein Strand schon schön 😉

Unterkunft

Hier wohne ich

Campus-Tower

Ich wohne im so genannten Campus Tower, einem 12-stöckigen Haus mit Apartments. Die Einrichtung ist sehr spartanisch, reicht aber zum Leben. Im Erdgeschoss ist direkt eine kleine Kneipe integriert, die aufgrund der Preise und mangels anderer Besucher aber nicht sehr attraktiv ist und um Keller einen sehr einfachen Fitnessraum. In unmittelbarer Umgebung gibt es einen Supermarkt sowie einige weitere kleinere Shops.

Arbeit

Nachdem ich anfangs sehr wenig zu tun hatte, wird es langsam doch etwas mehr. Die meisten Arbeiten hängen mit dem aktuellen Projekt Looki zusammen. Looki ist ein Programm für Android Handys, mit dem User untereinander Fotos und Videos austauschen können. Man sieht auf einer Weltkarte wo überall User eingeloggt sind und kann diesen dann eine Anfrage für ein Foto oder Video schicken um zu sehen wie es dort gerade aussieht. Ob und wenn ja wie die App an den Markt kommt, ist aber noch unklar. Momentan bin ich dabei eine Website für diese App eine Website zu designen. Generell empfinde ich die Aufgaben hier als sehr unklar formuliert. Spätere Änderungswünsche vermitteln mir eher den Eindruck, dass der Chef selber nicht weiß, was er eigentlich will.

Insgesamt ist es hier aber sehr locker und die Arbeitszeiten sind frei wählbar (Chef kommt eigentlich nie vor 10). Wir gehen hier meistens gegen 8:30 Uhr los und laufen dann ca. 15 Minuten dahin. Gegen 10 Uhr steht schon die erste Pause an: Es gibt lecker Tost mit Thunfisch, Käse und Zwiebeln. Gegen 13 Uhr ist dann Mittagspause und gegen 16 Uhr in der Regel Feierabend. Nach der Arbeit gehe ich gerne Schwimmen, da das Sports Center nur ca. 5 Minuten Fußweg entfernt ist.

Uni Campus

Der Campus ist hier sehr groß, was besonders in der Mittagspause ganz gut ist, da man so ziemlich alles zu Essen bekommt: Mensa, Salatbar, Sandwich, Joghurt, Schnitzel, Burger, McDonalds, Kuchen,… Aufgrund der Semesterferien ist es momentan jedoch sehr leer, was ich ziemlich schade finde. Gerne hätte ich noch andere Studenten kennen gelernt.

Müll und Katzen

Mülltonnen gibt es hier fast gar keine, stattdessen gibt es große Müllcontainer, die sich jeweils mehrere Häuser teilen. Oft wird der Müll aber auch einfach irgendwohin geworfen, so dass die ganze Stadt für deutsche Verhältnisse sehr eingemüllt ist und man sich an den Duft erst gewöhnen muss. Es ist normal hier seinen Weg unterwegs einfach fallen zu lassen. Einigen scheint sogar der Weg von der Wohnung bis vor die Haustür zu weit zu sein, so dass versucht wird aus oberen Stockwerken die ca. 20Meter vom Haus entfernten Container zu treffen – mit wenig Erfolg.

Der Müll zieht dementsprechend Ratten an, weshalb man einige Katzen aussetzte. Aus dem Rattenproblem ist somit ein Katzenproblem geworden, denn Katzen laufen hier überall rum. Wer seinen Müll in den Container wirft, sollte nicht erschrecken, wenn dann mehrere Katzen rausgesprungen kommen.
Sprache

שלום!

Die offizielle Sprache hier ist hebräisch und selbst ich spreche schon einige Wörter. Momentan konzentriere ich mich aber mehr darauf die Buchstaben anständig lesen zu können, da das oft noch mehr hilft. Englisch können hier zwar viele, aber längst nicht alle Leute.

Reisen

Christoph, Ariell, Tim und ich im Ein Gedi Nationalpark

Wie ihr in den vergangenen Artikeln lesen konntet, war ich bereits in Tel Aviv, Jerusalem, Nazareth, am Toten Meer, am See Genezareth und in den Golanhöhen. Nähere Einzelheiten spare ich mir daher jetzt.

Verkehr: Auto

Autofahrt mit anderen Verkehrsteilnehmern

Autofahrt mit anderen Verkehrsteilnehmern

Die Menschen sind hier normal doch ziemlich gelassen, was sich jedoch so gar nicht im Verkehr wiederspiegelt. Jeder versucht sich irgendwo zwischen zu drängeln und die Hupe wird regelmäßig gebraucht. Ich glaube kaum, dass ein Israeli 30 Minuten Autofahrt ohne Hupe überstehen würde. Für mich war es jedoch nicht schwer mich hier im Verkehr einzufinden, lediglich Christoph musste mich öfter drauf hinweisen doch auch mal zu hupen, was dann in sinnlosem „Ich hupe, weil ich habe das schon ne ganze Stunde nicht mehr gemacht“ endete.

Verkehr: Bus und Bahn

Der Busverkehr zwischen verschiedenen Städten funktioniert hier sehr gut und ist dank staatlicher Zuschüsse ziemlich billig (die 100km nach Tel Aviv kosten umgerechnet ca. 3EUR). Auch sind die Busse gut klimatisiert und meistens mit WLAN ausgestattet. Zu allen größeren Städten fahren die Busse im 15 oder 30 Minuten Takt, die Fahrgäste sind meistens Soldaten auf dem Weg von/zu ihren Familien. In jeder Stadt gibt es eine Central Bus Station, die in der Regel mehrstöckig mit integriertem Shoppingcenter ist. Zwar gibt es auch Züge, jedoch sind diese etwas teurer und auch nicht schneller, so dass ich sie bisher noch nicht genutzt habe

Polizei mit Blaulicht

Polizisten scheinen es hier toll zu finden mit Blaulicht rumzufahren, so dass sie dies auch immer tun. Wenn sie dann wirklich mal im Einsatz sind (man erkennt dies an dem zusätzlich eingeschalteten Martinshorn), muss diesen zwar theoretisch Platz gemacht werden, jedoch sieht man das hier nicht ganz so eng. Es kann durchaus mal 5 Minuten dauern, bis ein Autofahrer zur Seite fährt und Platz macht.

Wehrdienst

Im Gegensatz zu Deutschland, wo der Wehrdienst ja nun abgeschafft ist, müssen hier alle Männer 3 und die Frauen 2 Jahre zur Armee. Verweigerung ist nur in sehr wenigen Ausnahmefällen gestattet; wer trotzdem nicht dahin geht, muss ins Gefängnis und bekommt gesellschaftlich einen schlechten Ruf.

Es ist normal, dass die Soldaten ihre Gewehre mit nach Hause nehmen. Dementsprechend laufen hier sehr viele Leute mit einem Gewehr herum, woran man sich erst mal gewöhnen muss.

Sicherheitskontrollen

Aufgrund der Sicherheitslage gibt es hier oft Sicherheitskontrollen: Wenn man z.B. ins Einkaufszentrum, zum Busbahnhof oder auf den  Uni-Campus will, steht dort bewaffnete Security am Eingang und führt eine Taschenkontrolle durch. Da diese jedoch meist nur sehr kurz und ungenau ist, bezweifele ich ob dort eine Bombe gefunden werden würde.

Sicherheit allgemein

In Deutschland hört man aus Israel fast immer nur von irgendwelchen Terroranschlägen, was mittlerweile aber die absolute Ausnahme. Ich selber habe bisher einen Raketeneinschlag miterlebt, wobei die Rakete auch nur in der Nähe der Stadt einsc

hlug. Bombenexplosionen und Schießereien gab es keine. Natürlich gibt es aber dementsprechende Vorkehrungen wie Bunkerräume und die bereits angesprochenen Sicherheitskontrollen, jedoch halten einen diese nicht von einem normalen Leben wie in Deutschland ab.

Klima

Rückfahrt vom Toten Meer

Das Klima ist hier eigentlich nur eins: PERFEKT! Temperaturen sind meist zwischen 30 und 40 Grad, selten gibt es Wolken, Regen habe ich noch keinen erlebt. Während es in Tel Aviv eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit gibt, ist es hier in Beer Sheva eine relativ angenehme Hitze.

Klimaanlagen

Aufgrund der Temperaturen sind Klimaanlagen hier Standard. Leide kühlen diese oft zu viel, so dass dann das Fenster geöffnet wird um warme Luft rein zu lassen. In Geschäften sind Klimaanlagen teilweise direkt an den offenen Türen befestigt, so dass auch hier die Umgebung mit gekühlt wird.

Bars

Getränke in Bars sind hier im Vergleich zu Deutschland sehr teuer (ein Bier gibt’s ab 5 Euro), ansonsten gibt es keine großen Unterschiede. Lustig wird es immer, wenn es keine englische Karte gibt, aber zum Glück kann ich mittlerweile zumindest die Biersorten lesen J  Das sieht dann ungefähr so aus: קרלסברג, היינקן, גולדסטאר

Kreditkarte

Israelis zahlen gerne alles mit Kreditkarte, so dass ich zum Beispiel bei uns im Gebäude einen Schokoriegel für 1 Euro mit Kreditkarte bezahlen kann. An der Uni funktionieren die Kopierer angeblich auch nur mit Kreditkarte.

Essen

Essensmäßig gibt es hier sehr viel Shawarma (Döner-ähnlich), Falafel (wie Shawarma, aber ohne Fleisch und dafür mit Kügelchen aus Kichererbsen) und richtig gute Backwaren. Oft gehen wir abends einfach nur zum Bäcker und kaufen uns dort Brötchen/Blätterteigtaschen gefüllt mit den verschiedensten Sachen. Die Auswahl ist einfach nur überragend! Natürlich gibt es aber auch andere Speisen, die wir aus Deutschland kennen: Burger, Pizza, Pasta, Schnitzel, ….

Lebensmittel im Supermarkt zu kaufen ist sehr teuer und wir haben nur eine funktionierende Herdplatte, so dass selber kochen nicht lohnt.

Schnitzel auf Israelisch

Schnitzel

Koscher

Die jüdische Kultur beinhaltet auch das koschere Essen, was sich im Wesentlichen in drei Punkten zusammenfassen lässt: Es dürfen nur bestimmte Fleischsorten (z.B. kein Schweinefleisch) gegessen werden, das Fleisch muss ausgeblutet sein und es dürfen nicht Milch- und Fleischprodukte zusammen gegessen werden. Von den ersten beiden Punkten merke ich in der Praxis eigentlich nichts, den letzten dagegen schon. Pizza mit Fleisch: Geht nicht! Sandwich mit Wurst und Käse: Geht nicht! Cheeseburger: Geht nicht! Lasagne: Geht nicht!  Da Thunfisch wohl nicht zu den Tierprodukten zählt, darf dieser auch mit Milchprodukten gegessen werden und so gibt es auf fast jeder Pizza, Sandwich, usw. Thunfisch.

Shabbat

Markt an Shabbat

Wer dachte in Deutschland wäre am Sonntag alles geschlossen, sollte mal hier nach Israel kommen. Freitagabend macht hier einfach alles zu und das Leben steht bis Samstagabend. Es fahren keine Busse und außer ein paar Araber-Läden hat alles geschlossen. Es ist daher ratsam sich Freitag noch mit ausreichend Lebensmitteln einzudecken.

 

Ausblick: Ägypten, Westbank, Haifa

Für Tim hat nun die letzte Arbeitswoche begonnen, er fährt am Wochenende bereits zurück nach Deutschland. Christoph und ich haben nächste Woche Urlaub und werden nach Dahab ans Rote Meer fahren. Dort werden wir einen Tauchkurs und hoffentlich auch ein paar Touren machen. Eine Pyramidentour wird jedoch mangels Visa wohl nicht klappen. Danach verbleiben nur noch 4 Wochen, in denen ich in die Westbank, nach Haifa und auch nochmal nach Tel Aviv an den Strand fahren werde.

Raketenalarm und Abrissparty

16. August 2011 by

Ich weiß nicht, ob es groß in den deutschen Medien kommt, jedoch sind heute zwei Raketen hier in Be’er Sheva eingeschlagen. Das wichtigste zuerst: Uns Studenten geht es gut! Wir haben den Alarm und dann den Einschlag zwar gehört, waren jedoch weit genug entfernt.

Nun zum heutigen Abend: Durch eine Arbeitskollegin haben wir von einer Hausparty in der Nähe der Uni erfahren. Die Hütten werden wohl bald abgerissen, so dass die Bewohner noch eine (letzte) Abrissparty feierten und dazu bei Facebook eingeladen haben. Für 30NIS Eintritt war die Bar frei und wir hatten einen schönen Abend. Es wurde auch immer voller und damit die Stimmung immer besser. Gegen 11 musste die Party jedoch beendet werden – nach israelischem Gesetz darf dann kein Alkohol mehr ausgeschenkt werden außer es gibt eine Ausschankgenehmigung – und alle gingen raus. Dann ging es plötzlich los: Raketenalarm!!! Da kein Bunker in der Nähe war und die Häuser keinen Keller hatten, suchten wir Schutz zwischen einigen Autos und waren froh, als die Raketen weiter entfernt einschlugen. Als die Lage wieder sicher war, trafen wir uns alle wieder und gingen noch in eine Bar.

Es war für mich der erste Raketenalarm und eine ganz neue Erfahrung so direkt mit der Gefahr konfrontiert zu sein.